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Stradivari-Geige - Das Geheimnis ihres Klanges

Stand: 18.11.2012


Anne Sophie Mutter (c) dpa



Du spielst Geige und hättest gerne ein neues Instrument? Eine wunderschöne Geige, die auch noch phantastisch klingt? Am liebsten natürlich eine der besten Geigen der Welt? Dann brauchst du vor allem eines: unglaublich viel Geld. Die Instrumente, die der Geigenbauer Antonio Stradivari vor ungefähr 300 Jahren anfertigte, zählen zu den besten, die es gibt. Sie sind aber so begehrt, dass Sammler bis zu drei Millionen Euro für eine solche Violine bezahlen. Drei Millionen – das ist eine Zahl mit sechs Nullen, also: 3.000.000. Allerdings gibt es weltweit nur ungefähr 600 Stradivari-Geigen, und wer einmal eine hat, der wird sie bestimmt so schnell nicht wieder hergeben!

Was ist aber nun das Geheimnis ihres besonderen Klanges? Darüber diskutieren Wissenschaftler und Musikliebhaber seit Jahrhunderten. Es gibt viele Überlegungen – und immer wieder werden neue Theorien veröffentlicht:

Das Holz

Das Holz, das Antonio Stradivari für seine Geigen verwendete, kam angeblich aus Venedig. Die Baumstämme dümpelten dort monatelang im Brackwasser der Lagune herum und nahmen so mit der Zeit Salze und Mineralien aus dem Wasser auf. Dieses einzigartige "Mineral-Holz" könnte sich besonders gut als Material für die Instrumente geeignet haben, meinen einige Forscher.

Der Lack

Von Polizei sichergestellte Stradivari (c) dpa
Begehrtes Diebesgut: Diese 1,5 Millionen Euro teure Stradivari wurde von der Polizei wieder sichergestellt.
Stradivari gebrauchte eine spezielle Lackmischung für seine Geigen. Er trug nämlich zwei verschiedene Lacke nacheinander auf: Die erste Schicht war aus Öl, die zweite aus Öl, Kiefernharz und Pigmenten. Pigmente sind kleine "Farbteilchen", die man auch in der Malerei verwendet. Wissenschaftler vermuten, dass die Stradivari-Geigen wegen genau dieser Farbteilchen so schön schillern, wenn Licht darauf fällt. Ob aber der Lack wirklich den schönen Klang der Geigen ausmacht, weiß niemand so genau.

Die Form

Antonio Stradivari war ein genialer Geigenbauer - ein Geigenbauvirtuose sozusagen. Er achtete auf die kleinsten Details und hobelte, sägte und schnitzte so lange herum, bis das Instrument genau seinen Vorstellungen entsprach. Was er da genau machte, hat er leider sein Leben lang für sich behalten.

Der Name

Anne Sophie Mutter (c) dpa
Stargeigerin Anne Sophie Mutter besitzt gleich mehrere Stradivaris!
Über die Jahre sind die Stradivari-Geigen so berühmt geworden, dass niemand mehr ihre Einzigartigkeit anzweifelt. Natürlich werden auch heutzutage Instrumente gebaut, die mit Stradivaris mithalten können, aber diese neuen Geigen haben keine 300 Jahre auf dem Buckel und man kann auch keine tollen Geschichten über sie erzählen.

Ein bisschen ist also auch der Mythos Stradivari für das Geheimnis ihres Erfolges verantwortlich. Aber wer weiß?! Vielleicht gibt es ja gerade irgendwo auf der Welt einen jungen meisterhaften Geigenbauer, der tolle Instrumente macht, die in 300 Jahren genau so berühmt und legendär sind, wie die von Stradivari.

Alex Naumann

 
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