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Kartoffel - Bunte Erdäpfel
Stand: 21.11.2011
8000 Jahre alt soll sie sein – manche sprechen sogar von 10000 Jahren - die Kartoffel. Inkas und Indianer aßen sie sie damals schon in Südamerika – nein, sie liebten sogar. Sie verehrten sie so sehr, dass die Inkas sogar eine Kartoffelgöttin hatten. Sie hieß Aro-Mamma. Zu den Kartoffeln sagten sie "Papas".
Seit rund 450 Jahren gibt es Kartoffeln auch in Europa. Zuerst tauchten sie in Spanien auf, da es dort viele Schiffe gab, die nach Südamerika reisten und von dort wieder kamen. Eines der Schiffe brachte eines Tages Kartoffeln mit, die in Spanien auch heute noch "papas" heissen.
In der ersten Zeit in Europa hatte die Kartoffel eine rote Schale und violette Blüten. Besonders Adelige fanden diese "Blume" so schön, dass sie ihre Perücken damit schmückten. Dass diese Pflanze auch noch essbar sein sollte, war den Menschen eher unheimlich. Die Knolle wuchs schließlich auch im Verborgenen, unter der Erde. Daher heißen die Kartoffeln in vielen Teilen Deutschlands auch Grundbirne, Erdapfel oder Erdbirne. Früher nannte man sie sogar "Frucht des Bösen", eben weil manche Angst vor ihr hatten.
Vor fast 250 Jahren gab es dann den "Kartoffelbefehl". Friedrich der Zweite von Preußen ließ 1756 alle Bauern die Kartoffel-Knolle anbauen, ob sie wollten oder nicht. Die Kartoffel rettete damals viele vor dem Hunger und wurde schließlich sehr beliebt. So sehr, dass heute fast jedes Dorf oder jede Stadt einen eigenen Namen für die Kartoffel hat: Grumbern (von Grundbirne), Ebbirn (von Erdbirne), Katüffeln, Knolle, Potakkn ...
Kartoffeln können nach dem Schälen innen viele Farben haben. Sie müssen nicht immer nur gelb sein, wie wir sie in Deutschland kennen. Es gibt auch weiße, rote, blaue, lila und graue Kartoffeln. Man könnte also einen Kartoffelsalat machen, der so bunt ist wie ein Obstsalat.
Doch viele schrecken vor Lebensmitteln mit ungewöhnlichen Farben zurück, weil sie denken, es sei künstlich. Doch die verschiedenen Farben sind natürlich. So wie beispielsweise Tulpen selbstverständlich auch rote, lila oder weiße Blüten haben können, so ist das bei essbaren Pflanzen nicht anders. Paprika kann ja auch grün, rot oder gelb sein. So gibt es auch bei Kartoffeln verschiedene Sorten.
Lila Kartoffeln zu essen, lohnt sich sogar. Denn der natürliche Farbstoff tut uns sogar gut. Er kann zum Beispiel dazu beitragen, dass man keine schlimmen Krankheiten wie Krebs bekommt. Eine Neuheit sind solche bunten Kartoffeln übrigens nicht. Im Gegenteil: Vor 200 Jahren baute man auf den Feldern noch häufiger buntfleischige Kartoffeln an, sie gehörten zum normalen Speiseplan. Und in Südamerika, in der Heimat der Kartoffel, sind die buntfleischigen heute noch viel verbreiteter als unsere gelben. Zwar hat der natürliche Farbstoff keinen großen Einfluss auf den Geschmack, doch manche dieser bunten Kartoffeln schmecken dennoch etwas bitter oder erdig; andere aber auch etwas süßlicher als "normale" gelbe Kartoffeln. Und wenn man Chips davon herstellt, sehen diese natürlich besonders cool aus!
Anja Scheifinger und Mischa Drautz
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