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Bach und die schlaflosen Nächte des Grafen Keyserlingk
Stand: 24.01.2011
Endlich schlafen! Danach sehnt sich Herrmann Reichsgraf von Keyserlingk, denn er tut nachts kein Auge mehr zu. Nichts hilft gegen seine Schlaflosigkeit: weder heiße Fußbäder noch warmer Kakao!
Da kommt ihm die rettende Idee: Musik lautet die Lösung. Die Musik soll ihm beim Einschlafen helfen und ihn von seinen Qualen befreien. So beauftragt der musikbegeisterte Graf Keyserlingk den berühmten Komponisten Johann Sebastian Bach, für ihn "ein Stück zum Einschlafen" zu schreiben. Zu dieser Zeit ist Johann Sebastian Bach bereits ein alter Meister. Er lebt mit seiner Großfamilie in Leipzig und leitet dort den Thomas-Chor.
Der barocke Komponist ist auch die Hauptfigur in der Geschichte, die 1741 spielt: Mal erlebt der Hörer Johann Sebastian Bach in kleinen Hörspielszenen als Wüterich, der mit seinen Sängern schimpft. Mal erscheint er als genialer Komponist und in Rückblicken werden auch Szenen aus Bachs eher trauriger Kindheit erzählt.
Die wichtigsten Szenen des musikalischen Hörspiels von Markus Vanhoefer spielen in Dresden. Dorthin reist Bach nämlich, um dem müden Grafen seine Komposition vorzuspielen. Bei Klavierklängen und Kerzenschein unterhalten sich die beiden Männer bis tief in die Nacht hinein über das Leben, den Tod und den Zauber der Musik. Mit dem Grafen Keyserlingk geschieht während dieser Nacht etwas Wunderbares.
Die Erzählerin, Christiane Rossbach, berichtet dem Hörer, ganz nebenbei, wie die Menschen in der Barockzeit gelebt haben, zum Beispiel, dass sie sich kaum gewaschen haben und stattdessen mit Puder bestäubten. Dabei spricht sie den Hörer immer wieder direkt an und erweckt den Eindruck, als würde sie die Geschichte einzig und alleine für ihn erzählen.
Den schlaflosen Keyserlingk hat es wirklich gegeben – und das Stück, das Bach für ihn geschrieben hat, auch. Es sind die berühmten "Goldberg-Variationen". Neben Ausschnitten dieser Variationen stehen auch andere Bachstücke, wie etwa das Weihnachtsoratorium und einige Präludien immer wieder frei.
Der Graf Keyserlingk wird von Michael Tregor mit seiner unverwechselbar nasalen und hellen Stimme gesprochen. Johann Sebastian Bachs Stimme von Michael Schwarzmaier klingt ganz anders, wärmer und tiefer. Dadurch unterscheiden sich die beiden männlichen Hauptrollen sehr gut voneinander.
Die CD regt auch an, sich damit auseinanderzusetzen, wie Musik auf unsere Stimmung wirken kann. Vielleicht hört der ein oder andere seinen persönlichen musikalischen Einschlaftipp heraus!
Isabelle Auerbach
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