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Beethoven - Sinfonie Nr. 5 (Katharina Neuschaefer)

Stand: 22.04.2012


Beethoven - Sinfonie Nr. 5 (c) Igel Genius
Ludwig van Beethoven hatte sein Leben lang nur Musik im Kopf: Im September 1802 sind es die ersten Ideen, die ersten Töne und Melodieschnipsel für eine neue große Sinfonie, es soll seine weltberühmte "Sinfonie Nr. 5" werden.
Doch plötzlich ist da außer der Musik noch etwas anderes in seinem Kopf - oder führt der eigenwillige Komponist nur Selbstgespräche?! Drei Schicksalsgöttinnen, die antiken Moiren, haben sich bei ihm eingenistet und verkünden Beethoven, was er längst schon ahnt, aber wovor er sich als Musiker am meisten fürchtet: Er wird sein Gehör verlieren. Langsam werden immer größere Teile seines Lebens in Stille versinken. Wie lange wird er noch komponieren können? Wie lange noch als Pianist auftreten? Als tauber Künstler ist Beethoven auch gesellschaftlich ruiniert. Eine Katastrophe!

Eine Wette mit dem Schicksal selbst ...

Doch Beethoven lehnt sich gegen sein Schicksal auf. Er lässt sich von den Stimmen in seinem Kopf nicht unterkriegen. Der Komponist schlägt den drei Moiren, Klotho, Lachesis und Atropos, eine Wette vor: In nur fünf Jahren wird er seine fünfte Sinfonie vollenden und er wird sie ihnen sogar widmen. Gewinnt er, so muss sein Schicksalsfaden neu gesponnen werden - verliert er, so gibt er sein Leben in ihre Hände.

Nun beginnt ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit: Zunächst läuft alles gut für Beethoven. Doch das Versteckspiel, seine zunehmende Schwerhörigkeit vor der Welt zu verbergen, ist nervenaufreibend: Nur mit einigen Tricks gelingt es ihm sein Geheimnis zu bewahren. Beethoven arbeitet wie ein Besessener, feiert als Pianist große Erfolge – und träumt sogar von einer Heirat.
Was Beethoven nicht weiß: Die drei Göttinnen haben sich zu einem "Spiel im Spiel" verabredet. Sie haben auf den Ausgang seiner Wette gesetzt: Während sich Atropos auf Beethovens Seite schlägt, arbeiten die beiden anderen Göttinnen bewusst gegen den Komponisten. Und da das Schicksal weder "fair" noch "gerecht" ist, machen Klotho und Lachesis eben einfach ein paar "Knoten" in Beethovens Schicksalsfaden ...

Im Kopf des Komponisten

Infos zum Hörbuch
Ludwig van Beethoven – Sinfonie Nr. 5
Ein musikalisches Hörspiel von Katharina Neuschaefer
Aus der Reihe: Starke Stücke für Kinder
Sprecher: Martin Umbach, Stefan Merki u.v.a.
Zwei CDs
Verlag: Igel Records, 2009
Co-Produktion mit dem Bayerischen Rundfunk
Ab zehn Jahren
Auch wenn eigentlich von Anfang an klar ist, dass Beethoven die Wette gewinnen wird – schließlich geht es um die allseits bekannte "Sinfonie Nr. 5" – verfolgt man das musikalische Hörspiel von Katharina Neuschaefer unter Hochspannung. Ihr gelingt in der Umsetzung etwas Außergewöhnliches: Das gesamte Hörspiel scheint sich im Kopf des Komponisten abzuspielen: Wir sind also Beethoven. Neben dem Erzähler, Beethoven und den Stimmen der drei Schicksalsgöttinnen gibt es keine sprechenden Personen. Es ist, als ob wir den langsamen Gehörverlust Beethovens am eigenen Leib miterleben würden. Die Außenwelt dringt nicht mehr durch. Die Melodien sind nur gedämpft zu hören. Nur die eigenen Kompositionen Beethovens füllen den Raum. So werden seine Wahrnehmung und seine Gefühle direkt körperlich spürbar: Sein Ängste und sein Wüten gegen das Schicksal, gegen die Welt, gegen sich selbst.

Einführung in ein starkes Stück Musikgeschichte

Am Ende hat Beethoven nicht nur die Schicksals-Göttinnen, sondern auch sich selbst besiegt. Am 22. Dezember 1808 wird seine fünfte Sinfonie in c-Moll uraufgeführt. Mit dieser Musik hat sich Beethoven unauslöschlich in die Köpfe aller Menschen eingeschrieben – und die Schicksalsgöttinnen besänftigt. Mit ihrem Hörspiel gelingt Katharina Neuschaefer eine wunderbare "Einfühlung" und Einführung in die Zeit, als der große Komponist eines seiner berühmtesten Werke schrieb. Auf der zweiten CD kann man sich die "Schicksalssinfonie" dann noch einmal komplett anhören.


Veronika Baum

 
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